Über den Autor und die Entstehung des Romans

Lutz Lischka
Gerade die Matura hinter sich gebracht, kam der bei der "Presse" als Polizeireporter eingesetzte Autor erstmals anfangs der sechziger Jahre mit der Agentenszene in Kontakt. Der Todesfall des ungarischen Spions Bela Lapusnyik im Wiener Gefangenenhaus Roßauer Kaserne soll bis heute wohl einer der größten Skandale der heimischen Kriminalgeschichte bleiben. Jedoch aus staatspolizeilicher Räson soll der Fall auch bis in alle Ewigkeit unter Verschluß gehalten werden. Auch die Entführung des Wiener Korrespondenten von Radio Freies Europa, Dr. Aurel Abranyi, eingerollt in einen Teppich, sollte der Gesprächsstoff vieler Jahre sein.
Lutz Lischka, der später ein bekannter Sportjournalist und auch selbst 1972 bei den olympischen Spielen in München Fünftplazierter im Judo geworden war, begann nach Ablauf der dreißigjährigen Sperrfrist für staatspolizeiliche Akten und nach der Wende im Ostblock die zwei Spionagefälle nachzurecherchieren. über 120 Einzelinterviews mit Betroffenen der damaligen Geschehnisse, zahlreiche schriftliche Anfragen bei CIA, State Department, beim französischen, ungarischen und anderen Geheimdiensten und Institutionen stellten nach vierjähriger Arbeit die Grundlagen für das Buch "Der Wind der Freiheit" dar.
Die Nachforschungen sollten sich weit schwieriger gestalten, als vorerst angenommen. Noch immer werden zahlreiche Akten unter Verschluß gehalten. Trotzdem gelang es dem Autor, Licht in den dunklen Abschnitt der Spionagegeschichte und der Staatspolizei zu bringen, wenngleich noch immer Fragen unbeantwortet im Raum stehen.
Jedoch kann davon ausgegangen werden, daß das innere Gleichgewicht jener, die sie beantworten könnten, nach Lektüre des Romans ein wenig aus den Fugen gerät.
